19. Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Notfall¬ und Katastrophenmedizin (ÖNK 2021)

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Der 19. Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Notfall­ und Katastrophenmedizin (ÖNK 2021) wird heuer in Wien von 06.­07. Dezember 2021 als hybride Veranstaltung stattfinden.

Call for Abstracts: Deadline verlängert

Posterpräsentationen und Posterverleihung am Kongress Im Rahmen des Kongresses wird eine Posterpräsentation stattfinden bzw. Posterpreise (€ 3.000) verliehen. Wir dürfen Sie bitten rettundsdienstlich relevante Abstracts einzureichen. Eine dreiköpfige Jury aus den Reihen des ÖNK-­Vorstandes wird die eingereichten Abstracts beurteilen.

Senden Sie Ihren Abstract bitte bis 30. September 2021 per e­Mail an den Kassaprüfer der ÖNK Dr. Alexander Egger (alexander.egger@oebrd.at).

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: https://www.notarztkongress.at/postereinreichung/

Wir freuen uns auf Ihre eingereichten Manuskripte/Anträge.

Kongressanmeldung

Wir freuen uns auch Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Frühbucher-­Gebühr für den Kongress bis 30. September 2021 verlängert wurde. Nützen Sie die Gelegenheit und profitieren Sie von der vergünstigten Gebühr (minus 10% auf den Normalpreis!).

Programm

Werfen Sie einen Blick auf das aktuelle Programm mit allen Vorsitzenden, Referenten und Workshopleitern: https://www.notarztkongress.at/programm/

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und dürfen Sie schon jetzt ganz herzlich in Wien begrüßen.

Reinhard Doppler und Wolfgang Schreiber

August 2019

Stellungnahme zum Projekt Tourniquet in der Laienhilfe

In Deutschland wurde rezent eine Initiative beschrieben, wonach ähnlich dem Defibrillator-Projekten eine sog. Trauma-Box flächendeckend in öffentlichen Räumen verteilt wird. Diese Box beinhaltet Handschuhe, diverses Verbandsmaterial und auch ein Tourniquet. In einer Anleitung sollen dann Laien dieses Tourniquet bei starken Blutungen anwenden. Dazu möchte sich die AGN wie folgt äußern:

In den 80er Jahren wurde die bis dahin übliche Versorgung von Blutungen per Abbindeverband aus der „Ersten Hilfe“ eliminiert. Die Gründe dafür waren einerseits, dass in unseren Breiten aufgrund unserer medizinischen Versorgungsstrukturen und der vorwiegenden Verletzungsmuster bei adäquater Versorgung mit Druckverband so gut wie kein Patient an Extremitätenverletzungen verblutet, wenn die körpereigenen Schutzreflexe erhalten sind. Das Tourniquet ist außerdem nur im Bereich der distalen Extremitäten anwendbar und erfordert auch entsprechende fachliche, anatomische Kompetenz. Zum anderen musste festgestellt werden, dass die Anwendung doch offenbar nicht so problemlos war und  vor allem in der Hand von nicht adäquat geschultem Personal bzw. bei falscher Indikation mehr Schaden als Nutzen erreicht wurde. Eine effektive Abbindung, die zur Ischämie führt, ist bekannterweise so schmerzhaft, dass diese von nicht-bewusstlosen bzw. narkotisierten PatientInnen nicht toleriert wird, was in der Folge zur Lockerung des Verbandes und zur venösen Stauung führt und somit die Blutung sogar verstärkt.

Eine Anwendung im Bereich der Sanitätshilfe ist schon problematisch und aus unserer Sicht in der Laienhilfe völlig undenkbar. Eine derart invasive und potenziell sogar schädliche Maßnahme sollte  ausnahmslos in der Hand eines professionellen Teams liegen. Die Anlage des Tourniquets ist für uns eine Ultima ratio bei lebensbedrohlicher Blutung nach erfolglosem, aber fachlich korrekt angelegtem Druckverband.  Wir schätzen die diesbezügliche Inzidenz auf 1: 500 000 Trauma-Fällen, wenn nicht weniger ein.

Die Idee auch die Versorgung von Verletzungen für die breite Öffentlichkeit zu öffnen ist zu begrüßen, es sollte der Focus aber auf „Zubinden“ der Wunde gelegt werden (= Verband -> Druckverband -> doppelter Druckverband) und spätestens dann rascher Transport ins Krankenhaus.

Die AGN steht gerne für eine diesbezügliche Diskussion zur Verfügung

Für die AGN

OA Dr. Mirjam Pocivalnik
Präsidentin

Dr. Georg Kurtz
Past-Präsident

Ao. Univ. Prof. Dr. Gerhard Prause
Sekretär

Priv. Doz. Dr. Paul Puchwein                                                  
Leiter der Sektion Trauma                                            
Univ. Klinik für Orthopädie und Traumatologie